Facebook ist das beliebteste Social Network der Welt. Mehr als 700 Millionen Nutzer sind weltweit angemeldet. Davon stammen allein mehr als 20 Millionen aus Deutschland. Das macht Facebook zu einem sehr attraktiven Werbemedium. Allerdings gibt es aufgrund der vielen Daten, die Facebook sammelt, immer wieder Kritik. Was für den Nutzer bedenklich ist, kann als produktiv für die Werbeindustrie bezeichnet werden.

Nutzer mit den richtigen Interessen erreichen

Durch die Profilangaben lassen sich sowohl orts- als auch alters- und interessenbezogene Anzeigen passend zum Kunden in dem Netzwerk platzieren. Da Facebook auch Daten von Statusmeldungen, Profil und anderen Interaktionen verknüpft, passt sich die Werbung auch jeweils auf die Kunden an. Der Vorteil für Facebook sowie für Werbeagenturen ist, dass die Werbung haargenau an den Interessen des Kunden platziert werden kann. Ähnliche Vorteile bietet kaum ein anderes Medium. Da Facebook aber natürlich auch beim Targeting für die Werbeagenturen und -kunden noch genauer werden will, arbeitet das Unternehmen daran, den Kunden ständig bessere Algorithmen anzubieten, die aus Nutzersicht allerdings schwierig werden können.

Die Facebook Chronik: Ein Archiv des Lebens

Das führt unter anderem auch zu Schritten wie der Umstellung des Profils sowie der Einführung neuer Tools wie Facebook Messages. Die Facebook Chronik beispielsweise erlaubt die Einstellung des kompletten Lebens in einer Übersicht. Durch die Verknüpfung der dadurch neu eingetragenen Daten lässt sich Werbung noch genauer platzieren. In Zukunft wird Facebook sogar weit besser ortsbezogene Werbung platzieren können. Grundlage dafür sind die mobilen Apps, mit denen Facebook in Zukunft Geld verdienen will. Durch die Integration von GPS oder auch den Ortsdaten der Mobilfunkmasten kann das soziale Netzwerk den Ort des Nutzers ermitteln und so passende Anzeigen bereitstellen. Die mobile Oberfläche des Netzwerks soll die gleiche Option ebenfalls bald anbieten. Hier wird durch HTML 5 die Werbung bereitgestellt.

Der Zugriff auf sämtliche Smartphonedaten – Facebook will Alles

Die Smartphone App ist zudem auch mit einem sehr ausgeprägten Datensammelsystem versehen. Unter Anderem werden Adressbücher aus den Apps direkt auf die Plattform hochgeladen. Das ermöglicht die Verknüpfung von E-Mail Adressen und Namen, sodass Vorschläge für mögliche Freundschaften noch genauer erfolgen können. Zudem liest Facebook bei einigen Appversionen auch die SMS auf dem Smartphone. Doch gegen dieses Sammeln von Daten kann sich der Nutzer wehren. Eine Möglichkeit ist es Anwendungen von Drittanbietern zu verwenden. Diese greifen lediglich auf die Programmierschnittstellen von Facebook zu, bieten flexible Einstellungsmöglichkeiten mit denen der Datenzugriff unterbunden werden kann. Auch seitens der Smartphonehersteller soll hier eine Schutzfunktion mit integriert werden.